DerkleinePunkt
  Kapitel 1 und 2
 
Kalte Liebe
                               
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  Kap.1              Mein Leben war schrecklich und dann ...


Feli Pov.

Ich ging durch den Wald. Das war nichts ungewöhnliches schließlich lebte ich am Stadtrand, weit abseits der Stadt. Keinen störte es, wie auch, ich war höflich zu anderen Leuten und ich hatte auch keine Verwandten die sich um mich kümmerten. Ja, ich lebte allein in einem Haus. Obwohl ich erst 16 Jahre alt war, arbeitete ich als Kellnerin. Eigentlich wurde ich im Süden von Italien geboren, bin dann aber nach Volterra gezogen.
Ich strich mir eine braune Strähne aus dem Gesicht und seufzte. Manchmal kam ich mir vor fünfzig und nicht wie sechzehn.
Ich war einer der wenigen Menschen in Volterra, die sich in den Wald trauten. Und auch eine der sehr wenigen, die wieder heraus kamen.
Ich genoß die Stille des Waldes um mich herum.
Die Stadt war manchmal ganz schön hektisch.
Als ich aus dem Wald trat, merkte ich das ich Hunger hatte. Anders als andere Menschen aß ich nur diese blauen Bonbons. Ich machte mir meine Bonbons immer selber. Wie das ging? Ich konzentrierte mich und auf meiner Hand entstand eine blaue Kugel. Diese konnte ich je nach Wunsch, groß oder klein machen. Ich tippte mit dem Zeigefinger gegen die Kugel. Sie zersprang und es entstanden Bonbons.

Ich wachte auf und weinte leise in mein Kissen.
Es war ein so schöner Traum gewesen. Nach einer Weile wischte ich mir meine Tränen ab und schaute auf meinen Wecker.
Viertel vor sieben.
Ich schaltete den Alarm aus, bevor er um sieben angehen würde.
Jetzt würde ich eh nicht mehr einschlafen. Nach fünf Minuten stand ich auf und zog mich an.
Dann ging ich runter in die – eigentlich nur meine – Küche.

Als es halb neun war, hörte ich den leisen Klang einer Glocke. Schnell machte ich den Herd aus und ging ins Wohnzimmer von meinen Vater ... pardon, Herr Favelli, wo er schon auf mich wartete.

,,Nun Feli? Was gibt es heute zu essen?"

Er lächelte falsch.
Ich hatte beim eintreten eine höfliche und neutrale Miene aufgesetzt und antwortete:

,,Herr, es gibt Eier mit Speck. Was möchtet Ihr trinken?"

Dabei sah ich ihn nicht an. Das war mir verboten. Ich war jetzt sechzehn.
Aber als ich 9 wurde, hatte Herr Favelli begonnen aus mir eine Sklavin, sprich Dienerin, zu machen. In den ersten drei Jahren habe ich mich dagegen gewehrt. Es hat jedoch nichts gebracht, außer Prügel.
Wir haben hier einen Keller, in dem Herr Favelli allerlei Folterwerkzeuge hatte (Ja, ihr habt richtig gehört).
Keine Daumenschrauben. Nein.
Aber eine Streckbank zum Beispiel und Peitschen und ... ach ja Eisenstangen.
Herr Favelli erhitzte sie im offenen Kamin und na ja egal.
Muss ich nicht weiter erläutern, oder?
Jedenfalls stammten daher meine Brandwunden, an meinen Oberschenkeln.
Die Streckbank wurde, zu meinem Glück (würde ich sagen) noch nie benutzt.
Die Striemennarben auf meinem Rücken hingegen, stammten von den Peitschen.
Gott, wie ich dieses Haus mit seinem Bewohner hasste.
Ich wollte nur noch weg hier.


,,Ich nehme einen Wiskey, Feli.", hörte ich die Antwort.

War ja so klar gewesen.
Der Alte Herr trank von Morgens bis Abends nur Alkohol.
Ich nickte, zum Zeichen das ich ihn verstanden hatte und ging wieder in meine Küche.
Die Küche war mein Reich, Herr Favelli schaute hier nur ab und zu rein, um sich zu vergewissern das auch alles – wirklich alles – in Ordnung war.

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Kap.2                                  ... kam er.

Feli Pov.

Ich hatte gerade etwas Freizeit für mich und entschloss mich daher ein bisschen zulesen. Ich war gerade mal bis zur 10 seite gekommen, da klingelte es. Da Herr Favelli im Wohnzimmer saß und immer noch seine Zeitung las (Haha, unbeabsichtigter Reim ), ging ich zur Tür und öffnete.
Um mein Verhalten vorweg schon mal zu erklären: Ich wurde so von Herr Favelli erzogen, dass ich ihm gegenüber unterwürfig bin und ihm daher auch nicht ins Gesicht sehen durfte. Wenn ich allerdings die Tür öffnen musste, dann musste ich die Selbstsicherheit in Person sein. Jeden Blick standhalten und mich nicht zurückziehen. So wusste ich auch ob die Person vor mir ein potenzieller Käufer war oder nicht.
Offiziel war ich gar nicht gemeldet, inoffiziel sollte ich seine Tochter spielen.
Die ich ja eigentlich auch war, nur das mein Vater für mich schon vor Jahren gestorben war.
Und ganz Wenige wussten was ich jetzt wirklich war, sein musste. Eigentlich nur die Käufer.
Unteranderem die Käufer.

Und jedesmal wenn ich die Tür öffnete, hoffte ich dass es kein Käufer war. Denn Herr Favelli wollte mich schon seit längerem verkaufen. Jedenfalls hatte ich gute und schlechte Laune.
Gute Laune, weil heute ein Tag war, wo ich viel Freizeit hatte und es regnete (An: Ja ich mag den Regen!) und schlechte Laune, weil ich mir nicht sicher war, was der Tag brachte.
Der Mann oder eher der Junge vor mir, denn er sah  noch sehr jung aus, war etwas größer als ich und sah sehr gut aus. Fast schon schön, aber nur fast, denn er hatte violette Augen, was mich sofort misstrauisch werden ließ.
Denn welcher normale Mensch hatte schon lila Augen?
Außerdem hatte er schwarze Sachen an. Schwarze Hose, schwarze Schuhe, schwarzer Mantel.
Das alles hatte ich schnell erfasst und gespeichert.

,,Hallo, was kann ich für Sie tun?", fragte ich freundlich und lächelte ihn an.

Was will er hier nur?, fragte ich mich. Der Besucher erwiederte das Lächeln.

,,Hallo, wo finde ich denn Marco Favelli?"

Seine Stimme war wunderschön, wie ein Glockenspiel. Definitiv Käufer. Na toll.
Ich winkte ihn herein und führte ihn ins Wohnzimmer.

,,Herr Favelli, Sie haben Besuch.", sagte ich leise.
Ich hatte erkannt, dass ich nun nicht mehr die selbstsichere Frau spielen musste. Wann konnte ich endlich dieser Hölle entkommen?
Herr Favelli hatte bei unserem Eintreten, die Zeitung beiseite  gelegt und kam nun her.

,,Hallo Mr. Favelli, ich bin Alec Volturi.", stellte sich der Besuch vor.

,,Ah, Mr. Volturi, schön Sie kennen zulernen. Möchten Sie etwas zu trinken?", fragte Herr Favelli und schüttelte Mr. Volturi die Hand.
(A/M: Sorry, wenn Sie jeden mit Mr/Ms/Mrs und Herr anspricht, aber in meiner Geschichte wurde sie so erzogen.)

,,Nein, danke."

Wie einsilbig er war. Konnte aber auch sein, dass er immer so war.
Herr Favelli nickte.

,,Feli, du kannst gehen.", sagte Herr Favelli an mich gewandt, ohne mich anzusehen.

Ich nickte und ging in die ganz kleine Bibliothek. Und wenn ich sage ganz klein, dann meine ich auch klein. Wenn ich in der Mitte stand konnte ich zu jedem Bücherregal nur vier große Schritte machen. Wenn man rein kam, dann war die linke, so wie die rechte Wandseite voll mit Büchern, an der gegenüberliegenden Seite stand ein braunes Zweiersofa, dass potthäßlich war. Natürlich meinte Herr Favelli nicht, dass ich weggehen durfte, sondern dass ich das Zimmer verlassen soll, damit er über mich verhandeln konnte. Ich seufzte.
Na toll, heute bekam ich vielleicht einen neuen Herrn. Ich freute mich da überhaupt nicht drauf. Auch wenn Herr Favelli ein Trinker war. Aber was ist wenn der Junge noch schlimmer war?
Ach komm Feli, stell dich nicht so an. Entweder du bekommst heute zwei Ohrfeigen oder nicht. So schlimm kann es nun auch nicht sein.

Wenn ich mich da mal nicht geirrt hatte.

 
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